Die Realität hinter den großen Wörtern: „Weltweit“ im Kontext der Bootsführerscheine
In der Welt des Freizeitsegels und der Sportbootfahrt begegnen uns immer wieder Begriffe wie „weltweit anerkannt“. Diese Begriffe klingen in der Theorie groß und vielversprechend, aber leider sind sie oft nicht realitätsnah, wenn es um die tatsächliche Anerkennung von Bootsführerscheinen geht. Insbesondere bei den österreichischen Bootsführerscheinen gibt es eine Diskrepanz zwischen den formalen Bezeichnungen und der tatsächlichen Gültigkeit auf internationaler – weltweiter Ebene.
„Weltweit anerkannt“ – ein Mythos?
Einige Bootsführerscheininhaber in Österreich gehen davon aus, dass ihre Befähigungsnachweise weltweit anerkannt sind, wenn diese nach den Vorgaben des Bundesministeriums für Klima, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) ausgestellt werden. Die Realität sieht jedoch anders aus. Die internationalen Zertifikate, die hierzulande vergeben werden, basieren häufig auf der UNECE-Resolution Nr. 40. Diese Resolution wird als Grundlage für die Ausstellung von internationalen Befähigungsnachweisen genannt, die jedoch keine völkerrechtliche Bindung haben. Sie ist lediglich eine empfohlene Richtlinie, deren Anerkennung von Land zu Land sehr unterschiedlich ist.
Viele wichtige Segelnationen wie Frankreich, Italien und Spanien haben diese Resolution nicht ratifiziert, was bedeutet, dass die angebliche Anerkennung der österreichischen Scheine keinesfalls garantiert ist. Wer also mit einem österreichischen Bootsführerschein in diese Länder reist, wird schnell feststellen, dass er dort auf rechtliche Hürden stößt. Die Behauptung, dass diese Scheine „weltweit anerkannt“ sind, ist schlichtweg falsch und sollte dringend präzisiert werden.
„International“ – was bedeutet das wirklich?
Der Begriff „international – weltweit“ wird oft verwendet, um den Eindruck zu erwecken, dass eine Anerkennung auf globaler Ebene garantiert ist. Aber auch hier gibt es eine große Lücke zwischen der Theorie und der Praxis. Vielmehr liegt die Entscheidung in den Händen der einzelnen Staaten, ob sie ein ausländisches Zertifikat anerkennen oder nicht.

Besonders für Bootsführer, die mit einem österreichischen „internationalen“ Zertifikat in Länder außerhalb der EU reisen möchten – zum Beispiel in die USA oder nach Australien – wird es problematisch. Diese Länder erkennen in der Regel meist nur STCW-zertifizierte oder nationale Bootsführerscheine an, die die höchsten internationalen Sicherheits- und Ausbildungsstandards erfüllen.
In Österreich gibt es jedoch keine STCW-Zertifikate von der Behörde für Freizeitkapitäne, was bedeutet, dass die österreichischen „internationalen“ Bootsführerscheine im internationalen Vergleich schlichtweg nicht ausreichen.

Warum „weltweit“ und „international“ unterschiedlich sind
In der Praxis bedeutet jedoch „international“ nicht immer, dass ein Dokument in allen Ländern anerkannt wird. Die Uneinheitlichkeit der Regelungen in verschiedenen Staaten und Regionen macht deutlich, dass globale Standards ohne STCW in vielen Fällen fehlen und nationale Gesetze und Vorschriften weiterhin den Zugang zu internationalen Gewässern regeln.

Doch die Realität zeigt, dass es viele Länder gibt, die eigene Standards für Bootsführerscheine haben, und die Anerkennung anderer nationaler Zertifikate oft von unterschiedlichen Faktoren abhängt.

Fazit: Die Wahrheit hinter den Begriffen „Weltweit“ und „International“
Es ist wichtig, dass die Begriffe „weltweit anerkannt“ und „international gültig“ präzise definiert und im richtigen Kontext verwendet werden. Ein österreichischer Bootsführerschein mag in bestimmten Ländern anerkannt werden, aber nicht automatisch überall. Wer plant, mit seinem österreichischen „internationalen“ Zertifikat in internationalen Gewässern oder in anderen Ländern zu segeln, sollte sich bewusst sein, dass eine exakte Prüfung der Anerkennung des jeweiligen Landes erforderlich ist.

Die Wahrheit ist, dass der Begriff „international“ oft nur in einem regionalen Kontext zutrifft und eine globale Gültigkeit keinesfalls garantiert. Wer also wirklich weltweit segeln möchte, sollte sich nicht auf die Bezeichnung „international“ verlassen, sondern sich für ein STCW-zertifiziertes Bootszertifikat entscheiden, das weltweit als der höchste Standard gilt.
Es wird Zeit, dass diese Missverständnisse korrigiert werden, um Fehlannahmen zu vermeiden und Bootsführern eine realistische Vorstellung von den tatsächlichen Voraussetzungen und Anerkennungen zu bieten. Nur durch transparente und korrekte Kommunikation können rechtliche Unsicherheiten und unnötige Komplikationen auf den Reisen von Freizeitkapitänen vermieden werden.
